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Frühe naturwissenschaftliche Bildung

Mit Kindern die Welt entdecken – Unser Verständnis früher naturwissenschaftlicher Bildung

Kinder haben ein natürliches Interesse an (Natur-)Phänomenen, die ihnen in ihrem Alltag begegnen. Beim Durchstreifen des Waldes finden Kinder möglicherweise viele kleine Dinge, die sie neugierig machen, wie z. B. Blätter, Rinde oder Federn. Sie wollen sie anfassen, in der Hand befühlen, genau anschauen und wissen, was man damit machen kann. Sie entwickeln eigene weiterführende Fragen und erschließen sich so forschend die Welt.

Wir sehen die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte und Lehrkräfte darin, dieses Interesse und die Freude der Kinder an der Natur und ihrer Phänomene aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln.

Die Ermöglichung selbsttätiger Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit der belebten und unbelebten Natur, den Kindern Zeit und Raum dafür zu geben, eigenen Interessen und Themen nachgehen zu können und dabei Selbstwirksamkeit zu erfahren, stehen dabei an zentraler Stelle.

Aus gemachten Erfahrungen entwickeln Kinder eigene Fragen an die Natur, denen sie gemeinsam mit der päd. Fachkraft und Lehrkraft nachgehen können. Durch Ausprobieren und Entdecken kann so der Aufbau von altersgerechtem naturwissenschaftlichen Wissen ermöglicht sowie das Interesse und die Wertschätzung für Naturwissenschaften gefördert werden. Wir in der Forscherstation sehen die folgenden Ziele als Grundlage aller unserer Weiterbildungsangebote:

Anwendung naturwissenschaftlicher Denk- und Arbeitsweisen

In der frühen naturwissenschaftlichen Bildung liegt ein besonderer Fokus darauf, Kinder darin zu stärken die Natur und deren Phänomene bewusst wahrzunehmen, sich Gedanken darüber zu machen und zu eigenen Fragen und Erkenntnissen zu gelangen. Um Erfahrungen und Erkenntnisse über die Welt zu sammeln und zu deuten sind naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen grundlegend. Dazu gehört z. B. das genaue Beobachten von Gegenständen oder Naturphänomenen, das Vergleichen und Entwickeln von Fragestellungen und Vermutungen.

Aufbau von kindgerechten Grundkonzepten

In Kita und Grundschule geht es noch nicht darum, naturwissenschaftlich korrektes Wissen aufzubauen. Im Mittelpunkt steht, Naturphänomene kennenzulernen und erste Vorstellungen zu diesen zu entwickeln, an die im weiteren Bildungsverlauf angeknüpft werden kann. Aufbauend auf bereits gemachten Erfahrungen und ersten Erkenntnissen können Kinder die Welt immer stärker ordnen und sich in ihr orientieren. Einen geeigneten Bereich für kindgerechten Konzeptaufbau stellt z. B. die Erkundung von Ursache und Wirkung dar. Hier lassen sich Zusammenhänge in unterschiedlichen Situationen immer wieder entdecken. So funktioniert die Wippe auf dem Spielplatz nach dem gleichen Prinzip wie die Zange oder der Baukran.

Wesen der Naturwissenschaften

Was zeichnet die Naturwissenschaften und die Arbeitsweisen in den Naturwissenschaften aus? Wie gehen Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler vor, wenn sie etwas herausfinden möchten? Mit Kindern beispielsweise über deren Arbeit und ihren Weg der Erkenntnisgewinnung zu sprechen und dabei Chancen und Grenzen der Naturwissenschaft zu erkennen, stellt ein weiteres wichtiges Ziel der frühen naturwissenschaftlichen Bildung dar.

Dabei können Kinder z. B. herausfinden, dass (natur-)wissenschaftliches Wissen auf Beobachtung und schlussfolgerndem, kreativen Denken basiert und einen vorläufigen Charakter hat.